Shopware B2B Suite zu B2B Components: Migration richtig planen

Shopware B2B Suite zu B2B Components: Migration richtig planen
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Wenn Sie Ihren B2B-Shop heute noch auf der Shopware B2B Suite betreiben, kommen Sie an einer Frage nicht vorbei. Wie und wann steigen Sie auf die neuen B2B Components um? Die Suite wird von Shopware nicht mehr weiterentwickelt und erhält nur noch sicherheitsrelevante Updates. Ein akuter Notfall ist das nicht. Trotzdem ist die Richtung klar, und ein gut geplanter Umstieg ist deutlich günstiger als ein erzwungener, gerade wenn Ihr Shop über die Jahre gewachsene Anforderungen an Bestellungen, Mitarbeiter-Rollen und Freigaben abbildet.

In diesem Beitrag zeigen wir, welche Suite-Funktion welchem Components-Modul entspricht, was bei der Migration automatisch mitkommt und was nicht, wo individuelle Erweiterungen nötig werden und mit welchem Vorgehen Unternehmen realistisch planen sollten.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangslage und Zeitplan

Die Shopware B2B Suite bekommt keine neuen Funktionen mehr und wird nur noch mit sicherheitsrelevanten Updates versorgt. Für B2B-Unternehmen klingt das nach akutem Handlungsdruck. Ganz so dringend ist es aber nicht, denn Shopware hat die nächste Major-Version 6.8, an die das offizielle Support-Ende der Suite gekoppelt ist, im November 2025 offiziell von 2026 auf 2027 verschoben und parallel den erweiterten Support für Shopware 6.6 verlängert.

Für Unternehmen, die ihren B2B-Shop noch auf Basis der Suite betreiben, ändert sich der Status quo also nicht von heute auf morgen. Aber die Richtung ist eindeutig. Shopware baut die B2B Components kontinuierlich aus, während die Suite keine neuen Funktionen mehr erhält. Für Neuinstallationen ist die Suite bereits seit Ende Mai 2025 gar nicht mehr verfügbar – neue B2B-Projekte im Evolve-Plan starten ausschließlich mit den Components. Wer den Umstieg selbst terminiert, statt sich von einem Support-Ende überraschen zu lassen, spart am Ende Zeit, Geld und Nerven. Das gilt unabhängig davon, ob der Shop im Evolve- oder im Beyond-Plan läuft.

Was sich architektonisch ändert

Die B2B Suite war ein monolithisches Gesamtpaket. Alle Funktionen kamen zusammen oder gar nicht. Wer nur eine Freigabelogik für Bestellungen brauchte, installierte trotzdem das komplette Paket samt aller Abhängigkeiten. Die B2B Components sind Teil des offiziellen Commercial-Plugins von Shopware und damit selbst kein Bestandteil des Cores, sondern werden ebenfalls als ein einzelnes Paket installiert. Der eigentliche Unterschied zeigt sich erst nach der Installation. Die einzelnen Module lassen sich dann unabhängig voneinander aktivieren, konfigurieren und bei Bedarf auch wieder deaktivieren, statt wie bei der Suite zwingend gemeinsam genutzt werden zu müssen. Das passt zu einem Prinzip, das wir bei AGIQON auch in anderen Projekten empfehlen, nämlich modular zu denken, statt alles auf einmal zu wollen. Für Händler im B2B-Commerce ist das ein spürbarer Fortschritt gegenüber der alten Suite, auch wenn die Installation selbst weiterhin über ein zentrales Plugin läuft.

Die sechs Kernmodule im Überblick

Den Kern bilden sechs Module: Employee Management für Mitarbeiterkonten und Rollen, Quote Management für digitale Angebotsanfragen, Order Approval für Freigabeworkflows bei Bestellungen, Quick Order für die Schnellbestellung per Artikelnummer oder Liste, Shopping Lists für wiederkehrende Bestelllisten sowie Organization Units zur Abbildung von Standorten und Abteilungen. Shopware baut dieses Angebot auf seiner Plattform laufend aus. Seit Shopware 6.7.4.0 ist zusätzlich das Budget Management verfügbar, mit dem sich Ausgabenlimits je Einheit festlegen lassen, und mit Individual Pricing kommt eine regelbasierte, kundenspezifische Preislogik hinzu. Es lohnt sich also, vor jedem Projektstart die eigenen Anforderungen gegen die aktuelle Feature-Übersicht zu prüfen. 

Funktionsmapping der wichtigsten Module

Die fachlichen Konzepte von Suite und Components überschneiden sich stark, technisch sind sie aber komplett neu gebaut. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich zentrale Suite-Funktionen in der neuen Architektur wiederfinden: 

Funktion in der B2B Suite Pendant in den B2B Components Einschätzung
Debitoren- und Außendienstmitarbeiter-Rollen Employee Management, Organization Units Konzept vergleichbar, technisch neu umgesetzt
Angebotsanfragen Quote Management Direkt abbildbar
Schnellbestellung per SKU oder CSV Quick Order Direkt abbildbar
Bestelllisten Shopping Lists Direkt abbildbar
Budgets & Kontingente mit Freigabe-Trigger Budget Management, Order Approval Direkt abbildbar
Kundenindividuelle Preise Individual Pricing Logik muss neu modelliert werden
Kundenindividuelle Sortimente/Sichtbarkeit Organization Units, Customer-specific Products Grobe Steuerung nativ, feingranulare Logik begrenzt
Eigene Artikelnummern je Kunde kein natives B2B-Components-Feature Lücke, siehe unten
OCI-/Punchout-Anbindung weder in Suite noch Components nativ immer ein Thema für individuelle Integration

Wer komplexe Rabattketten, individuelle Anforderungen an Mitarbeiter-Rollen oder eine gewachsene OCI-Integration im Einsatz hat, sollte diese Punkte in der Projektplanung besonders früh adressieren. Genau hier entsteht in der Praxis der größte Teil des tatsächlichen Migrationsaufwands, nicht bei den Standardfunktionen. 

Automatische und manuelle Migrationsschritte

Shopware stellt für den technischen Umzug ein eigenes Migrationswerkzeug bereit, das die Datenübernahme im Hintergrund abwickelt, sowie eine Entwickler-Dokumentation, die Suite-Konzepte den passenden Components-Bausteinen zuordnet. In der Regel automatisch migrierbar sind Kundenhierarchien und Rollenstrukturen für Mitarbeiter, Sortimentszuordnungen, Preislisten sowie frühere Bestellungen.

Nicht ungeprüft übernommen werden dagegen individuelle Plugin-Erweiterungen, Template-Anpassungen und kundenspezifische Business-Logik, die im Lauf der Jahre an die Suite angedockt wurde. Jede dieser Anpassungen muss einzeln bewertet werden. Wird sie 1:1 auf die neue Plattform übertragen, lässt sie sich durch ein natives Components-Feature ersetzen, oder ist sie inzwischen ohnehin überflüssig? Gerade gewachsene Suite-Installationen tragen oft Workarounds mit sich, die längst durch Standardfunktionen ersetzt werden könnten. Die Migration ist ein guter Anlass, genau das zu prüfen, statt den Ballast ein zweites Mal auf eine neue Architektur zu heben. 

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Ansicht der B2B Components im Shopware-Backend. Quelle: Offizielle Shopware Dokumentation

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Wo individuelle Erweiterungen nötig werden 

Die B2B Components sind bereits sehr ausgereift. Gegenüber einer über Jahre gewachsenen Suite-Installation bleiben trotzdem praxisrelevante Lücken. Vier davon begegnen uns in Projekten besonders häufig: 

  • Kundenindividuelle Artikelnummern: Viele B2B-Kunden geben ihre Bestellungen mit eigenen, im ERP hinterlegten Artikelnummern auf, statt mit den Shop-eigenen SKUs. Ein Feature, das die Suite bot, die B2B Components aber nicht nativ mitbringen. Es lässt sich heute nur über ein separates Plugin oder eine Erweiterung abbilden.
  • Feingranulare Sortiments- und Sichtbarkeitssteuerung: Über Organization Units und Customer-specific Products lässt sich auf der Plattform grundsätzlich steuern, welche Kataloge und Produkte eine Einheit sieht. Eine feingranulare Logik mit rollenbasierten Kern- und Randsortimenten, wie sie im technischen Handel oft gebraucht wird, geht darüber aber hinaus.
  • Granulares Kostenstellen-Management: Mit Budget Management gibt es inzwischen ein natives Modul für Ausgabenlimits je Einheit, ergänzt um Order Approval für den Freigabeprozess. Eine differenzierte Steuerung über Kostenstellen mit strukturierter Abrechnung bleibt damit aber weiterhin offen. 
  • OCI- und Punchout-Anbindung: Für Kunden mit eigenen Beschaffungssystemen kritisch, aber nativ weder in der Suite noch in den Components gelöst. Hier braucht es immer eine individuelle Integration über spezialisierte Erweiterungen.

Lücken früh benennen

Eine seriöse Migrationsplanung endet nicht bei der Frage, welches Modul aktiviert wird. Sie muss die genannten Lücken explizit benennen und für jede eine Entscheidung treffen:

  • Schließen durch eine bestehende Erweiterung wie die AGIQON B2B Engine.
  • Schließen durch gezielte Eigenentwicklung, wo eine Standardlösung nicht passt.
  • Bewusster Verzicht, wenn der Prozess sich anders abbilden lässt.

Wer diese Entscheidung erst nach dem Go-live trifft, zahlt sie in der Regel doppelt, einmal in der Migration und einmal in der Nacharbeit.

Migration in der Praxis

Wer Systeme modular denkt, geht auch bei der Migration in klaren Schritten vor. Auf die Bestandsaufnahme folgt das Funktionsmapping, danach der Aufbau in einer Staging-Umgebung, parallel zum laufenden Live-Betrieb. Datenqualität geht dabei vor Tempo. Kundendaten, Preislisten und bisherige Bestellungen müssen korrekt und vollständig übertragen werden, bevor an einen Go-live zu denken ist.

Idealerweise läuft der bestehende Shop stabil weiter, während die neue Struktur im Hintergrund vorbereitet und getestet wird. So bleibt der Übergang für Kunden und Mitarbeitende unsichtbar und für das Projektteam trotzdem nachvollziehbar. Der Go-live ist bei guter Vorbereitung der unauffälligste Teil des Projekts.

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Die AGIQON B2B Engine

Für die praxisrelevanten Lücken zwischen B2B Suite und B2B Components haben wir mit der AGIQON B2B Engine eine Erweiterung entwickelt, die genau dort ansetzt, wo die nativen Components heute noch an Grenzen stoßen. Sie deckt konkret ab:

  • Sortimente & Sortimentsrollen – automatische Aufteilung in Kern- und Randsortiment, rollenbasierte Sichtbarkeiten 

  • Kundenindividuelle Artikelnummern – Pflege im Backend, Anzeige im Frontend, nahtlos im Bestellprozess

  • Bestellgenehmigungen – mehrstufige Freigaben nach Kostenstellen oder Sortimentsrollen

  • Kostenstellen-Budgets – Ausgabenlimits zusätzlich nach Kostenstellen gestaffelt, mit Echtzeitprüfung direkt im Checkout

  • Kostenstellen – strukturierte Zuordnung und saubere Abrechnung 

Damit lassen sich komplexe Einkaufsprozesse abbilden, ohne dass für jede Anforderung eine komplette Eigenentwicklung nötig wird.


Ihr Vorteil: Migration mit Plan statt Zufall

Der Umstieg von der B2B Suite zu den B2B Components ist für Ihren B2B-Commerce kein Sprung ins Ungewisse, sondern ein planbares Projekt mit bekannter Struktur und einer klaren Lösung am Ende. Die eigentliche Herausforderung liegt selten in der Technik der Migration selbst, sondern in der Tiefe der individuellen Anpassungen, die über die Jahre entstanden sind, und in den fachlichen Lücken, die auch die aktuellen Components noch offenlassen. Wer diese Punkte früh benennt, kann den Umstieg in einem ruhigen Zeitfenster umsetzen, statt ihn unter Zeitdruck nachzuholen.

 

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Langfristige Unterstützung von AGIQON

Wir von AGIQON sind eine erfahrene Shopware-Agentur mit einem spezialisierten Team für B2B-Commerce – Ihre Shopware B2B Agentur. Wir unterstützen Sie gerne langfristig dabei, Ihren B2B-Shop leistungsfähig und zukunftssicher zu betreiben.

Bei Migration, individuellen Erweiterungen oder laufender Weiterentwicklung unterstützen wir Sie gerne. Kontaktieren Sie uns, und lassen Sie uns gemeinsam an Ihrem B2B-Shop arbeiten.

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